Worum geht es?

Zum zwölften Mal werden sächsische Initiativen, Unternehmen und Vereine mit dem Sächsischen Integrationspreis ausgezeichnet, die sich in den vergangenen zwölf Monaten in besonderem Maße für die Integration von Migrantinnen und Migranten in Sachsen eingesetzt haben. Denn gelungene Integration ist ein Gewinn für alle Beteiligten!

Vorschläge 2021

Preisträger 2021

Alle Preisträger 2021

Der Sächsische Integrationspreis ist gemeinsam durch die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Sächsischen Ausländerbeauftragten ausgeschrieben worden. 2021 wurden drei Preise zu je 3.000 Euro vergeben.

Um die ausgeschriebenen Preise bewarben sich in diesem Jahr 59 Initiativen, Vereine, Einzelpersonen, Unternehmen und Einrichtungen.

Preisträger 2021: Jobcenter Vogtland und Diakonisches Beratungszentrum Vogtland gGmbH

Zielgruppe der gemeinsamen Arbeit sind Frauen mit Migrationshintergrund im ländlichen Raum, die außerhalb ihrer Familie nur wenige Möglichkeiten haben, mit anderen Menschen in sozialen Kontakt zu kommen. In der Folge sind auch ihre Chancen, Deutsch zu lernen, eingeschränkt. Mit dem Familienangebot werden die individuellen Potentiale der Frauen sichtbar gemacht und die gesellschaftliche und arbeitsmarktgerechte Integration im Vogtland gefördert. Die Beratung erfolgt authentisch, kultursensibel, ganzheitlich und führt zu hoher Akzeptanz der Frauen in ihrer Familie. Sprachlern- oder Kinderbetreuungsangebote werden deutlich besser angenommen.

Carmen Grünert / Rahma Rohleder
E-Mail Jobcenter-vogtland.gf@jobcenter-ge.de

Preisträger 2021: Jobcenter Vogtland und Diakonisches Beratungszentrum Vogtland gGmbH

Aus der Begründung der Jury:

Viel mehr als nur Dienst nach Vorschrift: Die Zusammenarbeit des Jobcenter Plauen mit der Diakonie setzt dort an, wo reguläre Angebote nicht greifen können und nimmt die Betroffenen durch direkte Ansprache mit. Mit seinen individuellen Angeboten zeigt sich das Jobcenter Plauen aktiv daran interessiert, Schwellenängste gegenüber Regelstrukturen abzubauen. Die Kooperation dieser beiden Akteure ist ein Paradebeispiel für kreatives Engagement im Dienst und darüber hinaus.

Preisträger 2021: Klasse 2b der Rosa-Luxemburg-Grundschule Chemnitz

In der Klasse lernen Kinder mit zehn verschiedenen Nationalitäten. Klassenlehrerin und Eltern achten von Anfang an auf ein gelingendes Zusammensein der Kulturen. Bei Elternabenden gibt es Dolmetscher, über Corona-Maßnahmen wird mehrsprachig informiert, die Kinder thematisieren im Unterricht ihre Herkunft, ihre Sozialisation, ihre Erfahrungen und Traditionen. Die Besonderheit besteht im Selbstverständnis des Teams aus Kindern, Lehrern, Eltern, Erziehern und Sozialarbeitern als eine respekt- und vertrauensvolle Gemeinschaft. Die Familien treffen sich auch außerhalb der Schule. Während des Lockdowns fuhren Lehrerin und Sozialarbeiter die Aufgaben zu den Familien. Die Eltern unterstützten parallel, so dass alle Kinder gut durch die schwierige Zeit kamen. Gemeinsame Fahrten und Projekte wurden möglich. Die Kinder erlernten durch die Zusammenarbeit von Pädagogen und Eltern Diversität als Normalität und als Bereicherung kennen. Jede und jeder bringt etwas ein, hat etwas zu berichten und kann unterstützen. In der Grundschule werden Grundlagen und Werte erfahren, die lebenslange Gültigkeit und eine positive Haltung bilden. Im Normalfall senkt sich das Niveau bei Kindern der mittleren Bildungsebene durch die Einschränkungen der Pandemie. Bei der 2b schätzen die Erzieher ein, dass grundsätzlich kein Kind „verloren“ wurde.

Rosa-Luxemburg-Grundschule Chemnitz
09111 Chemnitz
E-Mail ssa-luxemburgschule@kjf-online.de

Preisträger 2021: Klasse 2b der Rosa-Luxemburg-Grundschule Chemnitz

Aus der Begründung der Jury:

Die Grundhaltung und die Herangehensweise der Pädagogen und Eltern ist leider nicht selbstverständlich. Das gemeinschaftliche, abgestimmte und reflektierte Agieren der Beteiligten Erwachsenen konnte schwerwiegende und langfristige negative Auswirkungen der Pandemie auf die Kinder abfangen. Das Gemeinschaftsgefüge aus Lehrern, Sozialarbeitern und Eltern nimmt eine Vorbildfunktion bei der Beantwortung der Frage ein, wie ein gesundes, wertschätzendes und nachhaltig integratives Klassenklima erreicht werden kann. Das intensive Engagement der Erwachsenen, die die Klasse 2b der Rosa-Luxemburg-Grundschule Chemnitz betreuen, soll mit dem Integrationspreis gewürdigt werden, um auch andere Klassenverbände zu gemeinschaftlichem Handeln, das über den Regelunterricht hinausgeht, anzuregen.