Sächsischer Integrationspreis 2018

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7. September 2018 vorschlagen.

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Bereits vorgeschlagen:

Mic4Peace / MEMORARE PACEM - Gesellschaft für Friedenskultur e.V. , 01311  Dresden
Flüchtlingslotsen der Uniklinik Dresden , 01307  Dresden
Gemeinschaftsgarten Markkleeberg , 04416  Markkleeberg
Huckepack Kinderförderung e.V. , 09125  Chemnitz
Südcafé der Ev.-Luth. Bethlehemgemeinde , 04275  Leipzig
SPIKE Dresden , 01219  Dresden
Ostelbisches Mehrgenerationenhaus Arzberg (O-M-A) , 04886  Arzberg
Die Fabrik CVJM e. V. , 08468  Reichenbach
CSD Dresden e.V. , 01069  Dresden
Helferkreis Asyl Glauchau , 08371  Glauchau
Candido Mahoche , 01705  Freital
Information Center for LGBTI* Refugees des LSVD Sachsen , 09131  Chemnitz
Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. , 01705  Freital
FC Blau-Weiß Leipzig e. V. , 04229  Leipzig
Candido Mahoche , 01705  Freital
Kooperation des Jobcenters Mittelsachsen und dem Landkreis Mittelsachsen , 09599  Freiberg
SV Motor Mickten-Dresden e. V. , 01127  Dresden
Jobcenter Zwickau , 08058  Zwickau

Worum geht's beim Integrationspreis?

Zum neunten Mal werden sächsische Initiativen, Unternehmen und Vereine mit dem Sächsischen Integrationspreis ausgezeichnet, die sich im besonderen Maße für die Integration ihrer ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger engagieren. Denn gelungene Integration ist ein Gewinn für alle Beteiligten!

Vereine und Verbände

Vereine und Verbände sind wichtige Partner für Integrationsprozesse, können sie doch einen einfachen Zugang zu Teilhabe und gemeinsamen Aktivitäten auf der Basis gleicher Interessen fördern. Gesucht werden Vereine und Verbände, in denen Migrantinnen und Migranten willkommen sind und sich aktiv in das Vereinsleben integrieren können, unabhängig davon ob es sich um Kultur, Sport, Kunst, Wissenschaft, Umwelt oder Soziales handelt. Entscheidend ist das gleichberechtigte Miteinander entsprechend der Vereinssatzung.

Unternehmen

Gesucht werden engagierte Unternehmen, in denen Integrationsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. In ihnen pflegen Geschäftsführung wie Belegschaft gleichermaßen einen offenen, respektvollen und toleranten Umgang mit Migrantinnen und Migranten, organisieren Fach- und Sprachtrainings, Patenschaften oder berücksichtigen kulturelle und religiöse Besonderheiten.

Institutionen, Verwaltungen, Einrichtungen

In vielen Kommunen wurden in den letzten drei Jahren gewaltige Anstrengungen unternommen, um die ankommenden Flüchtlinge zu betreuen und für das Lebensnotwendige zu sorgen. Es sind die Kommunen, die die Bereitstellung von Wohnraum, von Kita- und Schulplätzen für Migrantinnen und Migranten sicherstellen. Und es sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen auf allen Ebenen, die schnell praxistaugliche Lösungen auf der Grundlage der geltenden Gesetze und Bestimmungen organisieren.

Einzelpersonen

Viele Bürgerinnen und Bürger unterstützen Migrantinnen und Migranten bei der Bewältigung des Alltags. Sie kümmern sich um ein nachbarschaftliches Zusammenleben, organisieren persönliche Begegnungen und vermitteln Kontakte oder stellen sich gegen fremdenfeindliche Vorurteile.

Was kann man gewinnen?

Vergeben werden 2018 erstmalig drei Preise zu je 3.000 EUR. Alle teilnahmeberechtigten Projekte und Initiativen werden in einer Broschüre dokumentiert und veröffentlicht.

Beim 9. Sächsischen Integrationspreis werden drei Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders für die Integration von Migrantinnen und Migranten in unsere Gesellschaft einsetzten.

Im Rahmen einer Festveranstaltung am 16. November 2018 im Plenarsaal des Sächsischen Landtags werden die drei Preisträger im Beisein aller eingeladenen Bewerber ausgezeichnet. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler.

Neben der Chance auf einen der drei Preise werden die teilnehmenden Projekte und Initiativen mit professioneller Öffentlichkeits- und Medienarbeit begleitet. Gleichzeitig erhalten sie die Möglichkeit zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit anderen Integrationsinitiativen.

  • Integration unterstützt Menschen mit Migrationshintergrund, z. B. durch persönliche Begegnungen; Abbau von Vorurteilen; Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags; Vermittlung und Förderung interkultureller Kompetenz; Hilfe bei der Integration in Ausbildung oder Beruf
  • Integration unterstützt beim Erlernen der deutschen Sprache z. B. durch: Anbieten ehrenamtlicher Sprachkurse; Hilfe bei der Erledigung von Hausaufgaben; Sensibilisierung von Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrern für die besonderen Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten
  • Integration hilft beim Zugang zu Ausbildung und Erwerbsarbeit, z. B. durch: Organisieren von Praktikums- und Ausbildungsplätzen für Migrantinnen und Migranten, Beratung, Hilfe und Unterstützung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt
  • Integration fördert gesellschaftlicher Teilhabe z. B. durch: Einbinden von Asylbewerbern und Flüchtlingen in sportliche, kulturelle und soziale Projekte; Organisation von Begegnung und Austausch in Begegnungscafés, bei Vorträgen und Diskussionsrunden, interkulturellen Festen, Feiern u. v. m.

Die Jury

Die Gewinner werden von einer Jury ausgewählt, die unter dem Vorsitz der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration und des Sächsischen Ausländerbeauftragten steht. Weitere Jurymitglieder kommen aus den Reihen der Preisträger vergangener Jahre.

Gesucht werden Projekte und Initiativen, die sich die Integration von Migrantinnen und Migranten im Freistaat Sachsen zur Aufgabe gemacht haben.

Petra Köpping

Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Geert Mackenroth

Der Sächsische Ausländerbeauftragte

Staatsminister a. D.

Dorothee Obst

Bürgermeisterin Stadt Kirchberg

Preisträger 2017

Dr. Claudia Popov-Jenninger

Upgrade – Verein für Bildungsangleichung e.V.

Preisträger 2017

Ulrike Gerstner

Wätas Wärmetauscher Sachsen GmbH

Preisträger 2017

Youmna Fouad

Marwa El Sherbini-Stipendiatin

Preisträger 2017

Alle Preisträger 2017

Unter dem Motto „Integration gestalten. Zusammen gewinnen.“ bewarben sich Vereine, Verbände, Initiativen und Unternehmen zum achten Mal um den Sächsischen Integrationspreis. Ausgezeichnet wurden in der Festveranstaltung am 17. November 2017 drei Projekte und Initiativen, die sich besonders für die Integration von Migrantinnen und Migranten in unsere Gesellschaft einsetzten, sie unterstützten, förderten und vorlebten. Die Preisträger wurden von einer sechsköpfigen Jury ermittelt. Die Initiatoren des Preises Staatsministerin Petra Köpping und der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth nahmen die Auszeichnung gemeinsam vor. Es werden drei gleichwertige Preise, die mit 2.000 € dotiert waren, vergeben.

Zur Preisverleihung waren über die Preisträger hinaus alle 72 vorgeschlagenen Initiativen und Vereine eingeladen, um ihr Engagement zu würdigen und sichtbar zu machen. Alle Nominierten werden in einer Broschüre vorgestellt.

Preisträger 2017: Stadt Kirchberg

Die Kirchberger hatten einen guten Plan: Als 2015 die Flüchtlingszahlen deutlich anstiegen, entwickelte die Gemeinde etwas, das sie als Integrationskette bezeichne. Die Kette der Betreuung und Hilfe zur Selbsthilfe beginnt mit der Ankunft in Kirchberg. Sie reicht von der Erstbetreuung, über den Integrationskurs, die eigene Wohnung bis zur sozialen Verankerung in Kirchberg und Umgebung. Es ist das erklärte Ziel Kirchbergs war, eine dauerhafte Integrationskette zu organisieren, die auch dann die Integration der Menschen gewährleistet, wenn feste Anfangsstrukturen wegfallen.
Ein Helferkreis von etwa 20 Personen trifft sich fünfmal pro Woche. Es sind Vertreter der betroffenen Träger, Behörden, Helfer und Ehrenamtliche. Die Stadt arbeitet dabei eng mit der evangelischen Kirchgemeinde und anderen Unterstützern aus Kirchberg und der Umgebung zusammen. Konkret gibt es ein Wohnprojekt, Sprach- und Begegnungskurse in Tandem-Form inclusive Kinderbetreuung, Qualifizierungen für Ausbildung und Praktika oder Begegnungsmöglichkeiten bei Wochenangeboten oder dem städtischen Aktionstag.

Wenn die Asylbewerber einen positiven Bescheid vom Bundesamt erhalten haben, sie also bleiben können, beginnt die Weitervermittlung zum Crossover-Projekt. Es begleitet den Übergang vom Asylbewerberleistungsgesetz zum SGB II mit Wohnungssuche, Erstausstattung, Formularen für das Jobcenter und die berufliche Beratung.

Die Jury würdigt mit ihrer Entscheidung die Stadt Kirchberg als eine vorbildliche Gemeinde. Integration wird zur Chefsache erhoben und gesteuert. Am Anfang steht also massive zielgerichtete Hilfe. Mit zunehmender Dauer des Aufenthaltes ist es ein erklärtes Ziel, die Schutzsuchenden zu einem selbstständigen Leben zu motivieren, zu befähigen und es ihnen zu ermöglichen.
Die funktionierende Integrationskette, ein klares Konzept, der große Zeitumfang, Wohnprojekt und Tandemkurse haben die Jury überzeugt.

Preisträger 2017: Wätas Wärmetauscher Sachsen GmbH

Auch ein Unternehmen wurde 2017 ausgezeichnet. Die Wätas Wärmetauscher Sachsen GmbH begann 2003 mit zehn Mitarbeitern, 2007 wurde sie von der KfW zum Gründerchampion Sachsens gekürt. Nach nur fünf Jahren hatte das Unternehmen schon 100 Mitarbeiter, 2011 wurde die Produktionsfläche auf 7500 Quadratmeter erweitert. 2014 begann Wätas auch den Nahen Osten als Markt zu betreten. 2015 wurde ihm der Industriepreis der Hannovermesse verliehen. Anscheinend ein Unternehmen, das sich auf Herausforderungen einstellt, die annimmt und mit Kraft, Willen, Ideen und Mut bewältigt

Schön, dass die Wätas Wärmetauscher Sachsen GmbH in diesem Fall Menschen mit Migrationshintergrund Chancen gibt und die gemeinsame Arbeit organisiert. Firmenleitung, beteiligtes Personal, örtliche Behörden und vor allem die Kollegen mussten und müssen einbezogen werden und von der Nützlichkeit des Projektes überzeugt werden.

Wätas stellt geflüchtete Menschen als Mitarbeiter und Auszubildende ein. Sie integrieren geflüchteter Mitbürger in den deutschen Arbeitsmarkt und ermöglichen ihnen damit auf Dauer ein selbstbestimmtes Lebens.

Seit Anfang 2016 wurden bei der WätaS bis jetzt 28 Mitarbeiter mit Migrationshintergrund fest und unbefristet eingestellt. Derzeit sind es 21. Einer von ihnen hat eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik begonnen, um einen deutschen Berufsabschluss zu erlangen. Die ausländischen Mitarbeiter werden auch außerhalb des Arbeitsbereiches unterstützt, etwa bei der Familienzusammenführung, der Kommunikation mit örtlichen Institutionen, den Behörden oder bei der Wohnungssuche. Im Unternehmen sind die ausländischen Mitarbeiter unabhängig von vorhandenen Berufsabschlüssen, Sprachkenntnissen den deutschen gleichgestellt. Zudem steht ein palästinensisch-stämmiger Abteilungsleiter zur sprachlichen Unterstützung zur Verfügung.

Die Jury hob hervor, dass das Unternehmen wirtschaftliche und integrationspolitische Interessen verbindet und die gesamte Gemeinde Olbernhau profitiert. Die nachhaltige und intensive Betreuung der ausländischen Mitarbeiter beeindruckte ebenso wie die Schaffung gesicherter, gleichgestellter Arbeitsplätze. Ausländische MitarbeiterInnen wurden nach einer Erprobungsmaßnahme fest und unbefristet eingestellt. Sie erhalten denselben Lohn wie deutsche Mitarbeiter auf vergleichbaren Positionen. Durch flexible Arbeitszeiten können die Mitarbeiter an Integrationskursen teilnehmen. Arbeit bringt Würde, fasste ein Jurymitglied zusammen.

Preisträger 2017: Upgrade – Verein für Bildungsangleichung e. V. Leipzig

Was macht Upgrade –Verein für Bildungsabgleichung in Leipzig? Über ihr normales Engagement als DAZ-Lehrer hinaus, schließen die Vereinsmitglieder Wissenslücken und helfen bei der Bewältigung von Prüfungen. Je mehr am Anfang Kinder und Jugendliche gezielt mit der Bildung versorgt werden, die sie später im Leben benötigten, um so leichter gelingt dauerhafte Integration. Hier geht es um Chancen für die Jugendlichen auf dem Bildungsweg ins Leben. Das sprachsensible Projekt von Upgrade ist ein Förderangebot in Prüfungsfächern für Jugendliche mit Migrationserfahrung. Die acht Lehrenden erreichten bisher etwa 200 Schülerinnen und Schüler an sechs Oberschulen oder in Wohngruppen. Ihr Ziel ist es, bei den Jugendlichen möglichst schnell prüfungsrelevante Kenntnislücken ab Klassenstufe 8 zu schließen und den Schulabschluss zu ermöglichen. Solche erkannten Bildungslücken entstehen durch Unterbrechungen in der Bildungsbiografie oder durch Inkompatibilität der Lehrpläne zwischen Ländern. Upgrade bietet Nachhilfestunden, koordiniert Lehrkräfte und Schulen. Lehrpläne sind oft inkompatibel und Fluchtbiografien sind auch zerrissene Bildungsbiografien. Dabei weiß doch jeder hier im Saal, wie wichtig und nachhaltig Bildungserfolge für Kinder und Jugendliche sind.

Die Jury begründete ihre Entscheidung vor allem damit, dass durch Upgrade gezielt die erkannten Lücken in der Bildungsbiografie geschlossen werden und eine hohe Multiplikation durch die Vernetzung gesichert ist. Vernetzt werden Fachlehrer, DaZ-Lehrer und das Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung ZLS der Universität Leipzig. Die Schaffung nachhaltiger Strukturen steht im Vordergrund.