Sächsischer Integrationspreis 2019

Bereits vorgeschlagen:

PRIMA-LEIPZIG Kunst- und Kulturförderung , 04347  Leipzig
Ganzheitliche Unterstützung geflüchteter Menschen in Zittau , 02763  Zittau
Adolph-Kolping-Schule Plauen , 08523  Plauen
Willkommen in Löbtau e.V. , 01159  Dresden
Das Japanische Haus e.V. , 04315  Leipzig
1.Karate Club Hainichen e.V. , 09661  Hainichen
Netzwerk für Integration und Zukunft e.V. , 09111  Chemnitz
Teachers on the road Leipzig , 04275  Leipzig
Rugby Cricket Dresden e.V. , 01067  Dresden
Musaik - Grenzenlos Musizieren e.V. , 01187  Dresden
AG Asylsuchende Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. , 01796  Pirna
Expleo Technology Germany GmbH , 02826  Görlitz
Kontaktstelle Wohnen, Zusammen e.V. , 04177  Leipzig
Mütterzentrum e.V. Leipzig , 04329  Leipzig
Regionales Bildungszentrum Eckert gGmbH , 08340  Schwarzenberg
Projekt „AWO ländlich BUNT“ Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen e. V. , 01067  Dresden
Treibhaus e.V. Willkommen in Döbeln , 04720  Döbeln
Arbeitskreis Ausländer und Asyl Freiberg e.V. , 09599  Freiberg
Jugend Arbeit Bildung e.V. , 01237  Dresden
BIP Berufsfachschule für Altenpflege , 09126  Chemnitz
Mosaik Leipzig e. V. , 04107  Leipzig
Thespis Zentrum Bautzen , 02625  Bautzen
Interkulturelle Frauengruppe , 04416  Markkleeberg
Markkleeberger Vielfalt - Rezepte und Geschichten , 04416  Markkleeberg
Queer Refugees Network , 04177  Leipzig
ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V. , 04105  Leipzig
Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg e. V. , 09599  Freiberg
Europa macht Schule e. V. , 60338  Frankfurt am Main
Human - Care GmbH , 04720  Döbeln
Bürgerbündnis Hoyerswerda hilft mit Herz , 02977  Hoyerswerda
Begegnungscafé der ökumenischen Willkommensinitiative Markkleeberg , 04416  Markkleeberg
Frauen für Frauen e.V. , 04275  Leipzig
Verein "Neue Heimat" e. V. , 09599  Freiberg
Lichthaus Zwickau e.V. , 08062  Zwickau
Interkultureller Frauenkreis der EKG Freiberg , 09599  Freiberg
Flüchtlingszeitung "Horizont" aus Chemnitz , 09112  Chemnitz
Frauenförderwerk Dresden e.V. , 01069  Dresden
CVJM Landesverband, Frau Schwester Katarina Seifert , 02826  Gölitz
Jobcenter Vogtland , 08523  Plauen
FC Blau-Weiß Leipzig , 04229  Leipzig
SV Fortschritt Glauchau e.V. , 08371  Glauchau
Flüchtlingsunterstützerkreis , 08340  Schwarzenberg
Projekt Sonnenschein - iichraq , 09111  Chemnitz
Integrationspate ehrenamtlich , 08393  Meerane
CVJM Glauchau e.V., "bunteBOX" , 08371  Glauchau
Bündnis Radeberger Land hilft e.V. für Menschen in Not , 01454  Radeberg
KulturLoge Dresden , 01309  Dresden
Kirchliche Erwerbsloseninitiative Zschopau , 09405  Zschopau
FRIENDS of TU Chemnitz , 09111  Chemnitz
TSV 1863 Lobstädt e.V. , 04575  Neukieritzsch/OT Lobstädt
Projekt "Wir sind für alle da", Verbraucherzentrale Sachsen e.V. , 01307  Dresden
meineagentur24 , 04552  Borna
Stadtverwaltung Zwickau, Büro Gleichstellungs,- Ausländer- und Integrationsbeauftragte , 08056  Zwickau
Diakonie St. Martin , 02929  Rothenburg
Ehrenamtliche Vormünder , 01067  Dresden
Jüdischer FrauenVerein Dresden e. V. , 01069  Dresden
Helferkreis Oelsnitz/Vogtl. , 08606  Oelsnitz
Textilpflege Römer GmbH , 09116  Chemnitz
Chemnitzer Polizeisportverein e. V. , 09130  Chemnitz
AG Willkommen beim Bürgerverein Messemagistrale e. V. , 04103  Leipzig
Bergert Hoch- und Tiefbau GmbH , 09306  Wechselburg
YouMa Band , 09122  Chemnitz

Der Anmeldephase ist abgelaufen. Die Auswertung läuft.

Worum geht es beim Integrationspreis?

Zum zehnten Mal werden sächsische Initiativen, Unternehmen und Vereine mit dem Sächsischen Integrationspreis ausgezeichnet, die sich im besonderen Maße für die Integration ihrer ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger engagieren. Denn gelungene Integration ist ein Gewinn für alle Beteiligten!

Vereine und Verbände

Vereine und Verbände sind wichtige Partner für Integrationsprozesse, können sie doch einen einfachen Zugang zu Teilhabe und gemeinsamen Aktivitäten auf der Basis gleicher Interessen fördern. Gesucht werden Vereine und Verbände, in denen Migrantinnen und Migranten willkommen sind und sich aktiv in das Vereinsleben integrieren können, unabhängig davon ob es sich um Kultur, Sport, Kunst, Wissenschaft, Umwelt oder Soziales handelt. Entscheidend ist das gleichberechtigte Miteinander entsprechend der Vereinssatzung.

Unternehmen

Gesucht werden engagierte Unternehmen, in denen Integrationsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. In ihnen pflegen Geschäftsführung wie Belegschaft gleichermaßen einen offenen, respektvollen und toleranten Umgang mit Migrantinnen und Migranten, organisieren Fach- und Sprachtrainings, Patenschaften oder berücksichtigen kulturelle und religiöse Besonderheiten.

Institutionen, Verwaltungen, Einrichtungen

In vielen Kommunen wurden in den letzten drei Jahren gewaltige Anstrengungen unternommen, um die ankommenden Flüchtlinge zu betreuen und für das Lebensnotwendige zu sorgen. Es sind die Kommunen, die die Bereitstellung von Wohnraum, von Kita- und Schulplätzen für Migrantinnen und Migranten sicherstellen. Und es sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen auf allen Ebenen, die schnell praxistaugliche Lösungen auf der Grundlage der geltenden Gesetze und Bestimmungen organisieren.

Einzelpersonen

Viele Bürgerinnen und Bürger unterstützen Migrantinnen und Migranten bei der Bewältigung des Alltags. Sie kümmern sich um ein nachbarschaftliches Zusammenleben, organisieren persönliche Begegnungen und vermitteln Kontakte oder stellen sich gegen fremdenfeindliche Vorurteile.

Die Jury

Die Gewinner werden von einer Jury ausgewählt, deren Mitglieder verschiedene Perspektiven in die Beurteilung einbringen. Den Vorsitz führen die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration und der Sächsische Ausländerbeauftragte gemeinsam.

Gesucht werden auch beim 10. Sächsischen Integrationspreis Projekte und Initiativen, die sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen einsetzen. Ausgezeichnet werden sollen drei von ihnen, die sich besonders für nachhaltige Integrationsprojekte im Zeitraum 2018/2019 einsetzten.

Petra Köpping

Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Geert Mackenroth

Der Sächsische Ausländerbeauftragte

Staatsminister a. D.

Ellen Demnitz-Schmidt

SPIKE e. V. Dresden

Preisträger 2018

Sebastian Schulz

Tischlermeister

Preisträger 2018

Andreas Irmscher

Diakonisches Werk Delitzsch/Eilenburg e. V.

Preisträger 2018

Maya Singh

Marwa El Sherbini-Stipendiatin

Preisträger 2018

Alle Preisträger 2018

Für den Sächsischen Integrationspreis 2018 hatten sich 78 Vereine, Verbände, Initiativen und Unternehmen beworben. Ausgezeichnet wurden drei Projekte und Initiativen, die sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders für die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Gesellschaft einsetzten, sie unterstützten, förderten und vorlebten.

Eine sechsköpfige Jury ermittelte die Preisträger. Drei gleichwertige Preise, die mit je 3.000 € dotiert sind, wurden in einer Festveranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtags vergeben. Zur Preisverleihung waren über die Preisträger hinaus alle vorgeschlagenen Initiativen und Vereine eingeladen, um ihr Engagement zu würdigen und sichtbar zu machen.

Alle Nominierten werden in einer Broschüre vorgestellt.

Preisträger 2018: Spike e. V. Dresden

Spike e. V. wurde deshalb von der Jury ausgewählt, weil es sich um ein Angebot handelt, welches sich unaufgeregt für junge Flüchtlinge geöffnet hat. Das Projekt gibt Halt, einen festen Anlaufpunkt, es schult und begleitet. SPIKE aus Dresden bietet Heimat, Freude und Freunde, Clique. Gäbe es kein SPIKE, bestände die Gefahr, dass sich geschlossene Gruppen bilden und verselbstständigen.

SPIKE bietet in Dresden Jugendsozialarbeit an und hat sich für Menschen mit Migrationshintergrund geöffent. Sie haben sich für ausländische Jugendliche aufgestellt, Ihnen nicht nur den Raum angeboten, sondern aktiv zur Mitarbeit aufgefordert. Die Migranten dürfen und sollen aktiv werden, Teilhabe wahrnehmen, eigene Kultur einbringen, interkulturell im besten Sinne sein.  SPIKE bietet Sicherheit, Struktur und Heimat zum Beispiel für eine Gruppe junger Eritreer.

Die Jury würdigt hier ein Projekt, was einen langen Atem bewiesen hat, denn SPIKE arbeitet über Jahre seit 2015.

Preisträger 2018: Tischlerei Sebastian Schulz, Chemnitz

Unter den 78 Vorschlägen, die die Jury eingehend betrachtete, waren 18 Unternehmen. Das ist hoch erfreulich, denn es zeigt, dass sich die aktuellen Aufgaben der Integration verlagert haben. Es hätten also einige Unternehmen ausgezeichnet werden können, stellvertretend entscheid sich die Jury für eine sehr kleine Tischlerei aus Chemnitz. Denn sie bietet neben dem faktischen  -  also Beschäftigung und Praktikum im holzverarbeitenden Gewerbe  - eine Verbindlichkeit in unsere Gesellschaft an.

Gleichberechtigt und gegenseitig anerkannt - gleiche Pflichten halten die Balance. „Wir arbeiten und essen zusammen, wir verbringen zusammen den Arbeitsalltag und kommen dabei auf natürliche Weise in Gespräch.“ Jeder muss eine Chance bekommen und die Tischlerei von Sebastian Schulz aus Chemnitz gibt diese Chancen.

Wir brauchen Betriebe, die ihre Mitarbeiter achten, die partnerschaftlich mit ihnen umgehen. Die Menschen in Arbeit bringen, die Zukunft organisieren und selbstverständlich machen. Es liegt auf der Hand, dass die Akzeptanz in der Aufnahmegesellschaft besser wird, wenn Menschen mit Migrationshintergrund ihr Leben selbst in die Hand nehmen können.

Der Tischlerei Schulz kann man sehr gut das Etikett „bodenständig“ verleihen. Bodenständige Arbeit, mit Hand, Herz und Kopf. Man sieht am Abend, was geschaffen wurde und kann stolz sein.  In einer solchen Lebensatmosphäre gibt es nicht den Ausländer, den Flüchtling, den Praktikanten, sondern Kollegen.

Preisträger 2018: Zeittauschbörse Taucha, Ev.-luth. Kirchgemeinde

Das nächste Projekt, für das sich die Jury nach intensiver Diskussion entschieden hat, ist ein Projekt in der Trägerschaft eine Kirchgemeinde – die Zeittauschbörse der ev. luth. Kirchgemeinde Taucha.

Es ist ein Projekt in Taucha für Tauchaer und es ist ein offenes Projekt für die gesamte Bevölkerung in Taucha, ob Flüchtling, Gemeindemitglied, Bürgerin oder Schüler, Migrant oder „schon immer Tauchaer“. Das tragende Motiv ist eine der drei Säulen des christlichen Grundauftrages - der christliche Auftrag zur tätigen Nächstenliebe.

Das Projekt funktioniert in Zusammenarbeit mit anderen christlichen Gemeinschaften, mit anderen bürgerlichen Projekten, mit anderen Strukturen wie etwa der Stadtverwaltung. Ziel ist: Die Unterstützung von Hilfebedürftigen auf der Basis von Gegenseitigkeit und Respekt. Es funktioniert ganz einfach: Ich gebe dir etwas Wichtiges, meine Zeit. Unsere Verbindung gelingt zum Vorteil für viele, wenn auch du deine Zeit, dein Wissen und deine Kraft mit einbringst.